Wie es begann,

Seit über 40 Jahren werden von mir Hovawarte gezüchtet.
Immer war das Augenmark auf den alten Typ gerichtet. Oft stand ich mit meiner Meinung,
wie ein Hovawart zu sein hat alleine auf weiter Flur,
um genau zu sein (Ich).
Meine ersten Hovawarte hatten das Jahr 1960 im Ohr tätowiert es waren
„ Burgi von der Rheinhöhe“ und Asta von der Magderlehenhöhe“, 1965 kam der Blonde Rüde
„Bingo von der Kieler Förde“ als Zuchtrüde dazu.
Und weil meine Hunde nicht aggressiv genug waren erhielt ich auch direkt damit Zuchtverbot.
Ob wohl alle frei von HD waren, was damals erstmalig Pflicht wurde auf HD zu Röntgen.
Ich züchte trotzdem ohne Verein und baute meine Zucht auf,
Steinig war der Weg. Ohne Lobby und kaum einer kannten Hovawarte Hunde.
Da ich selbst Schülerin war, ging ich des Nachmittags für meine Hunde arbeiten 
So trug ich fünfmal die Woche zwei Eimer Hundefutter ungefähr
3 bis 10 km nach Hause je nach dem welcher Schlachter etwas für meine Hunde hatte.
Es waren 10 Liter Eimer voll mit Fleisch, Pansen, Blättermagen etc.,
wir waren nicht wählerisch. Ich selbst arbeitete für 2 DM
die Stunde 5-6 Stunden pro Tag, um es anschließend
für meine Hunde auszugeben.
Das Geld setzte ich anschließend in Hundefutter beim Schlachter um,
denn die Vielfalt an Hundefutter wie es sie heute in den Regalen liegt,
gab es damals noch nicht, es hiess Hundefuttereimer tragen,
denn ich hatte natürlich noch kein Auto.
Damals kostet ein Welpe mit Papiere 400,- DM,
 aber da ich ohne Papiere sprich ohne Verein züchtete,
nur meine Aufzeigungen machte bekam ich pro Welpe
zwischen 80 DM und 150DM,( das waren Zeiten!).
Das reine Zusatzgeschäft würde man heute sagen,
Idealismus nenne ich es.
Fünf Jahre ging das so. Wer Hunde züchtet oder hält,
Weiß was das für Anstrengungen waren. Aber dann kam der Mann,
ein Auto, Haus, Kinder und immer noch Hovawarte  Und schließlich auch der
„Verein deutscher Hovawarte“
, in dem sich die Züchter wieder fanden die so dachten wie ich.
Ein Hovawart weiß was sich gehört, ein Hovawart braucht keine Schutzhundeprüfung,
ein Hovawart beschützt trotzdem mich und meine lieben,
Hab und Gut.
Er ist niemals aggressiv er ist ein angenehmer,
wunderschönere ruhiger Begleiter.
Ich habe mich niemals dem Diktat der verschiedenen Verbände in Punkto,
Schutzhundeprüfung, Körung und Standers gebengt,
dadurch kann ich behaupten,
das meine Hovawarte, sich etwas Ursprüngliches vom Ursprung vom alten Typ bewahrt haben,
was ich hiermit erläutern möchte
 
Die Küherhunde: Kurzhaarige, kräftige Kerle, die sogar mit Bullen
fertig wurden und meist schwarzbunt wie die Kühe.
Die Schäferhunde: zotthaaige,
hell wie die Schafe oder grau wie die Ziegen.
Sie hüteten die Herden und waren sauft wie die Schafe,
im Handumdrehen schützten sie die Herde gegen Bär, Wolf, Luchs und zweibeinig Räuber.
Die Bauernreckel: langzotthaarig und in allen Farben.
 Ungehobelte, schlaksige Burschen, „räkelten“
sie sich den ganzen Tag im Hof herum,
aber wenn etwas Ungewöhnliches passiert,
reckten sie sich kurz „ Recken“ und stellten Recht und Ordnung her
Auf der Suche nach dem Urhund, dem Urvater aller Haushunde,
war auch Bertram König, und meinte,
ihn den alten Hofwart gefunden zu haben,
in den letzten großen Bauernrekeln,
die vor 100 Jahren noch die einsamen Weilern im Harz bewachten.
 Der erste Weltkrieg unterbrach alle Rückzuchtpläne.
Danach übernahm Kurt König die väterlichen Pläne und gründete
die Zootechnische Station Thale. „ er kauft schlappohrige
„ Hovawarte“ bei Bauern in Harz, Odenwald und Schwarzwald,
und nannte diese „Typhunde“
und kreuzte diese mit anderen Lagerhunden,
wie Landseern, Neufundländern, Leonbergern, Berner,
ungarischen und polnischen Hirtenhunden.
Der 1922 gegründete Verein „ Hovawart-Verein für Deutsche Schutzhunde e.V. Sitz Thale“ Die Konkurrenten kamen aus dem „ Verein für Deutsche Schäferhunde
“. Der Schäferhund-Verein hatte gerade die Zucht Langhaariger,
so genannter Altdeutscher Schäferhunde verboten,
weil diese als Diensthunde unpassend waren.
 Die frustrierten Langhaarzüchter suchten einen neuen Verein,
und fanden eine neue Heimat im Hovawart-Verein für Deutsche Schutzhunde“.
Sie kreuzten dort Langhaarige- Schäferhunde mit Königs Typ und Lagerhunden.
Deshalb hat heute noch der Hovawart ca.1/3 Schäferhundblut.
Seither sind sich die Hovawart Züchter nicht mehr einig wie ein Hovawart eigentlich sein soll.                                                     

                                                                                                                                                                                                          

                            

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